Quellcode und Repositories verkaufen
Code mit Versionsgeschichte, Reviews und Bugtickets zeigt, wie Software tatsächlich entsteht. Damit trainieren KI-Labore Coding-Agenten. Wir prüfen die Rechte, schließen Fremdcode aus und lizenzieren eigene Repositories an geprüfte Käufer.
Auf einen Blick
- Coding-Agenten lernen aus Code mit Versionsgeschichte, Reviews und Bugtickets.
- pre.dev zahlt 100 US-$ je Million Code-Tokens; ein kleines Start-up erhielt etwa 25.000 US-$ für seinen Code.
- Code, den Angestellte im Rahmen ihrer Aufgaben schreiben, darf wirtschaftlich allein der Arbeitgeber nutzen (§ 69b UrhG).
- Fremdcode wie Open-Source-Bibliotheken, SDKs und Engines sowie Code, der Kunden gehört, wird ausgeschlossen.
Warum kaufen KI-Labore Quellcode?
Um Coding-Agenten an echter Softwareentwicklung zu trainieren. Aufgaben wie Fehlersuche haben ein prüfbares Ergebnis.
Öffentlicher Code zeigt meist nur das Endergebnis. In firmeninternen Repositories steht dagegen, wie Software entsteht: Commits, Code-Reviews, Bugtickets und die Diskussionen dazu. Der Markt ist entsprechend gewachsen: Nach Angaben des Abwicklungsdienstleisters SimpleClosure enthalten inzwischen 47 % seiner Deals einen Verkauf von Code oder Daten.[1]
Was zahlen Käufer für Code?
Bei Mengenpreisen wenige tausend US-$ je Repository, als Teil eines Firmenbestands deutlich mehr.
pre.dev vergütet Code nach Tokens: 100 US-$ je Million Code-Tokens und 40 US-$ je Million Tokens Git-Historie, nicht exklusiv. Ein Repository mit 20 Mio. Code-Tokens und 100 Mio. Tokens Historie bringt danach 6.000 US-$.[2] Ein rund zweieinhalb Jahre altes Krypto-Start-up erhielt etwa 25.000 US-$ für seinen Code.[1] Zusammen mit Tickets, Dokumentation und Teamkommunikation steigt der Wert, weil sich dann der ganze Entwicklungsprozess nachvollziehen lässt. Preise nach Unternehmensgröße stehen im Artikel Was ist ein Datenbestand wert?
Wem gehört der Code?
Code, den Angestellte im Rahmen ihrer Aufgaben schreiben, darf wirtschaftlich allein der Arbeitgeber nutzen. Bei freien Mitarbeitenden, Agenturen und Auftragsentwicklung entscheidet der Vertrag.
Nach § 69b UrhG ist bei Computerprogrammen, die Arbeitnehmer in Wahrnehmung ihrer Aufgaben oder nach Anweisung des Arbeitgebers schaffen, ausschließlich der Arbeitgeber zur Ausübung aller vermögensrechtlichen Befugnisse berechtigt, sofern nichts anderes vereinbart ist.[3] Für andere Konstellationen prüfen wir die Verträge vor der Lizenz.
| Herkunft | Rechte | Folge für die Lizenz |
|---|---|---|
| Angestellte, im Rahmen ihrer Aufgaben | Beim Arbeitgeber (§ 69b UrhG) | Lizenzierbar |
| Freie Mitarbeitende und Agenturen | Nach Vertrag | Vertrag prüfen |
| Auftragsentwicklung für Kunden | Häufig beim Kunden | In der Regel ausschließen |
| Open Source, SDKs, Engines von Drittanbietern | Eigene Lizenzbedingungen | Ausschließen |
Was wird vor der Übergabe entfernt?
Fremdcode, Zugangsdaten und Personenbezüge. Übrig bleibt eigener Code mit nachvollziehbarer Historie.
- Fremdcode: Open-Source-Bibliotheken, lizenzierte SDKs und Engines sowie Code von Kunden.
- Zugangsdaten: Schlüssel, Passwörter und Tokens, die versehentlich im Repository gelandet sind.
- Personenbezüge: Namen und E-Mail-Adressen in Commits und Tickets werden durch gleichbleibende Pseudonyme ersetzt.
- Firmenbezüge: Produkt- und Firmennamen, Domains und interne Adressen.
Im eröffneten Insolvenzverfahren entscheidet der Verwalter über die Verwertung (§ 80 InsO).[4]
Wie läuft der Verkauf ab?
In vier Schritten. Bis ein Käufer feststeht, verlassen keine Repositories das Unternehmen.
- 1
Erstgespräch und Einschätzung
Sie beantworten neun Fragen zu Branche, Programmen, Datenmenge und Historie oder sprechen direkt mit uns. Wir brauchen dafür keinen Zugriff auf die Daten und geben Ihnen eine erste Einschätzung.
- 2
Datenblatt und Käufersuche
Wir beschreiben den Bestand ohne Namen, stimmen das Datenblatt mit Ihnen ab und sprechen geprüfte Käufer an. Unternehmen und Verfahren bleiben vertraulich.
- 3
Vergütung und Anonymisierung
Sobald ein Käufer gefunden ist, vereinbaren wir eine auftragsabhängige Vergütung. Unter Auftragsverarbeitungsvertrag anonymisieren wir den Bestand lokal beim Verkäufer; der Käufer erhält eine Probe unter NDA.
- 4
Lizenz und Übergabe
Sie geben den Käufer frei, wir übergeben die anonymisierten Daten und löschen anschließend die Zuordnung.
Häufige Fragen
Darf ein Unternehmen seinen Quellcode verkaufen?
Ja, soweit es die Rechte daran hat. Code, den Angestellte im Rahmen ihrer Aufgaben schreiben, darf wirtschaftlich allein der Arbeitgeber nutzen (§ 69b UrhG). Bei freien Mitarbeitenden, Agenturen und Auftragsentwicklung entscheidet der Vertrag.
Was zahlen Käufer für Code?
pre.dev zahlt 100 US-$ je Million Code-Tokens und 40 US-$ je Million Tokens Git-Historie, für ein Repository mit 20 Mio. Code-Tokens und 100 Mio. Tokens Historie also 6.000 US-$. Als Teil eines Firmenbestands mit Tickets und Kommunikation ist mehr möglich.
Was passiert mit Open-Source-Bibliotheken im Repository?
Sie werden ausgeschlossen, ebenso lizenzierte SDKs und Engines von Drittanbietern. Lizenziert wird nur Code, an dem das Unternehmen die Rechte hat.
Werden Zugangsdaten im Code entfernt?
Ja. Schlüssel, Passwörter und Zugangsdaten, die versehentlich im Repository gelandet sind, werden vor der Übergabe gesucht und entfernt. Namen und E-Mail-Adressen in Commits werden pseudonymisiert.
Quellen
- [1]MIT Technology Review (Matthew King): „AI labs are buying data from dead startups to train their models“, 13. Oktober 2026
- [2]pre.dev: „Code licensing“, abgerufen am 20. Oktober 2026
- [3]Bundesministerium der Justiz: „§ 69b UrhG, Urheber in Arbeits- und Dienstverhältnissen“
- [4]Bundesministerium der Justiz: „§ 80 InsO, Übergang des Verwaltungs- und Verfügungsrechts“
Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Was ist Ihr Datenbestand wert?
Neun Fragen, keine Daten nötig, keine Vorabkosten. Sie erhalten eine erste Einschätzung.
Weitere Datenarten
- E-Mail-ArchiveFirmen-E-Mails und Teamchats als Trainingsdaten lizenzieren, anonymisiert nach DSGVO.
- TicketdatenSupportverläufe mit Aufgabe, Lösungsweg und Ergebnis als Trainingsdaten lizenzieren.
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